Gemeinde - Ortsteile - Sausedlitz


Tolles Ergebnis im Wettbewerb des Landes Sachsen “Unser Dorf hat Zukunft”

Mit dem Ortsteil Sausedlitz (www.sausedlitz.de) stellte die Gemeinde Löbnitz das aktuelle “Siegerdorf 2011” im Wettbewerb des Landkreises Nordsachsen “Unser Dorf hat Zukunft”.

Die Sausedlitzer haben sich mit diesem 1. Platz für den weiteren Wettbewerb auf Landesebene qualifiziert und reisten am 18.07.2012 zur Preisverleihung beim letztmaligen Landessieger Kirchbach/Gemeinde Oederan an.

Hierher waren alle 13 Teilnehmer eingeladen worden, um der Verkündung des Ergebnisses des sachsenweiten Wettbewerbes beizuwohnen.

Bei den aufwendigen Vorarbeiten, angefangen bei der Bewerbung bis zur Präsentation des Ortes beim Besuch der jeweiligen Bewertungskommission, war Sausedlitz natürlich gespannt, inwieweit sich die Bemühungen der letzten Wochen und Monate ausgezahlt haben werden.

Nun können wir den Sausedlitzer Bürgern zu einem hervorragenden zweiten Platz in Sachsen innerhalb eines hart umkämpften Teilnehmerfeldes gratulieren!

Vielen Dank für diese Meisterleistung an all die fleißigen Helfer und Unterstützer dieses Mammutprojektes!

Geschlagen mussten sie sich nur dem diesjährigen Sieger Rammenau geben.

 


Zusätzlich zu den Informationen auf dieser Seite wird für den Ortsteil Sausedlitz ein weiterer Internetauftritt unterhalten. Klicken Sie hier.

  • Stand 2017 - 263 Einwohner

  • Ersterwähnung:

    im Jahr 1349 (im Lehnbuch Friedrich des Strengen)


    Namensgebung:

    Der Ortsname “Sausedlitz” kommt in Sachsen nur ein Mal vor.

    Die älteste Namensform des Ortes ist Ciusedlitz.

    Der slawische Ortsname war Susedlicz und ist (eventuell) mit “Nachbarsiedlung” zu übersetzen.

    Zusammensetzung: aus Sousedlitz (soused heißt Nachbar, Mitsiedler)


    Geschichte:

    Sausedlitz kann als sogenanntes Angerdorf bezeichnet werden, alle Höfe sind regelmäßig entlang des Angers angeordnet.

    Der Ort gehörte zum wendischen Bezirk Siusli, die Dorfanlage läßt jedoch wendischen Einfluss nicht erkennen.

    Sausedlitz ist eine sehr alte Ansiedlung, bereits im 13. Jahrhundert wurde es urkundlich erwähnt. In den Jahrhunderten seines Bestehens konnten weder Kriege noch Seuchen dem kleinen Dorf etwas anhaben. Bis dann ab 1983 Wald- und Ackerflächen von der MIBRAG erzwungenermaßen aufgekauft wurden. Von 410 Einwohnern blieben letztlich nur noch 180 in Sausedlitz wohnen. Zu der Zeit, als 1989 die Wende kam und die Bagger nur noch wenige 100 Meter vom Dorf entfernt standen, begannen die Sausedlitzer um den Erhalt ihres Dorfes zu kämpfen. Im Februar wurden ihre Bemühungen belohnt, denn in einer Versammlung wurde mehrheitlich beschlossen: “Sausedlitz bleibt bestehen!” Dank der Hilfe durch Fördermittel verwandelte sich Sausedlitz in kurzer Zeit in eines der schönsten Dörfer im Landkreis Delitzsch und nichts erinnerte mehr an den verwahrlosten Anblick, den das Dorf einst geboten hatte. 1994 erfolgte die Eingliederung des Ortes in die Gemeinde Löbnitz. 1996 wurde Sausedlitz Sieger im Wettbewerb “Unser Dorf soll schöner werden - Unser Dorf hat Zukunft”. Im Jahr 2000 erfolgte eine Teilnahme am “Europäischen Dorferneuerungs-Wettbewerb.

    10. Jahrh.

    sorbische Siedlung am Leinebach

    1456

    Auflistung aller Besitztümer vom Kurfürsten Friedrich von Meißen in dessen Lehnbuch, auch Sausedlitz wurde aufgeführt

    1466

    gehörte das Dorf Sausedlitz  Siegfried und Jan von Schönfeldt auf Löbnitz (nach dem Tod des Kurfürsten Friedrich 1464 folgten seine Söhne Ernst und Albrecht als Kurfürsten, von ihnen ließen sich Siegfried und Jan von Schönfeldt ihren Besitz bestätigen; Sausedlitz gehörte dazu)

    1538

    Erwähnung einer Gaststätte mit Namen “Krug

    1539

    große Nässe, von Michaelis 1539 bis Ostern 1540

    1540

    1539 große Dürre, “also, daß das Getreide verdorret, darauf abermals große Noth und Theuerung entstanden ist

    1598

    besaß Hans von Schönfeldt Sausedlitz, nach dessen Tot wurde der Besitz unter seinen sieben Söhnen aufgeteilt

    1599

    erbte Wolf von Schönfeldt das Dorf Sausedlitz

    1605

    Georg Nitsche des Winzers Sohn

    1631 / 1648

    schwere Zerstörung in Sausedlitz (1618 - 1648 Dreißigjähriger Krieg)

    1636

    große Pest!

    1670

    jährliches Kirchweihfest (8 Tage nach Martini (11.11.)) Kirchweihfest bezeugt; Eintragung im Kirchenbuch von Löbnitz

    1682

    hat Adolf Landmann sein Winzerhaus mit einem “Gärtchen verzieret”

    1685

    ab 1685 wird eine Schule erwähnt

    1707

    erwarb Friedrich Vitzthum von Eckstädt (1754 Oberst der Garde duCorps) Sausedlitz

    18. Jahrh.

    Bau eines Pfarrhauses

    1720

    verheerende Missernte

    1750

    45 Haushalte

    1770

    41 ansässige Bauern in Sausedlitz, neun Bauern nannten eine Hufe und mehr ihr Eigentum, sechs Bauern hatten überhaupt keine Feldanteile, vier Erbdrescher hatten nur 7 Acker

    (1 1/2 Hufe entsprachen 13,3 ha (die Größeneinheit einer Hufe in den Jahrhunderten war unterschiedlich; im 12. Jahrh. war 1 Hufe Land etwa 15 - 16 Acker, im 17. Jahrh. war 1 Hufe Land etwa 8 Acker)

    18. Jahrh.

    in der zweiten Hälfte des 18. Jahrh. wurde das Gutshaus gebaut

    1771

    Erwähnung der Erdbirnen (Kartoffel)

    1772

    zweite große Missernte

    Armenkasse eingerichtet, aufgrund von Missernte und Teuerung im 18. Jahrh. (1756 - 1763  Siebenjähriger Krieg)

    1773

    der Löbnitzer Johann Pfordte versorgt die Sausedlitzer mit Gewürzen, Tee, Zucker, Kaffee usw.

    1824

    beschwerte sich der Lehrer von Sausedlitz beim Landrat in Delitzsch, dass  Eltern ihre Kinder das ganze Sommerhalbjahr über “vermieten” und diese alles Gelernte vergäßen und weder lesen noch schreiben könne

    1838

    besaß der Müller Friedrich August Seydel die Wasser- Wind- und Oelmühle die bis 1838 dem hiesigen Rittergut zinspflichtig war,

    letzter Müller war Fritz Petzold,

    bis 1918 wurde die Mühle ausschließlich mit Wasser betrieben, bereits im 18. Jahrh. ist eine Wassermühle in Sausedlitz bekannt

    1844

    Vermessung der Fluren; 858,00 ha landwirtschaftliche Nutzfläche (in preußischen Morgen)

    • 40 Grundbesitzer - Familien
    • 10 Familien besaßen nur ein Haus
    • 8  Familien waren als Gesinde im Ort beschäftigt

    1845

    schlechte Ernte

    1846

    296 Einwohner

    1847

    Kauf von Getreide, um die Versorgung der Bevölkerung zu sichern

    1855

    gab es in Sausedlitz je einen Müller, 1855 Schuhmacher, Böttger, Weber, Schneider, Tischler, Radmacher, Schmied

    1858

    fahrbare Feuerspritze erwähnt

    1867

    legte die königliche preußische Regierung Normaleinkommen für den Dorfschullehrer fest (Bezahlung aus Schulgeld und Gemeindekasse)

    1874 / 75

    erst jetzt wurden Abgaben (Naturalien) für Kirche und Schule durch Geldzahlungen ersetzt

    1875

    344 Einwohner

    1878

    60 Schüler in einem Klassenraum von 5 m Länge und 5 m  Breite

    1888

    Ablösung des Schulgeldes durch staatlich gezahltes Festgel

    1891

    Umbau eines Bauernhauses zum Schulhaus

    1897

    Anschaffung einer modernen Feuerwehrspritze

    1906

    gab es öffentlichen Fernsprecher

    1914

    im Juni wurde ein Vertrag über die Einrichtung eines elektrischen Leitungsnetzes abgeschlossen

    1925

    bis in dieses Jahr wird der historische Dorfbrunnen betrieben

    1929

    Kirchturm wird wegen Baufälligkeit abgerissen und ein neuer errichtet

    1930

    Erwerbstätigen - Struktur in den dreißiger Jahren

    • in der Landwirtschaft 129
    • in Handwerk u. Industrie 23
    • Pendler 16

    1931 / 32

    Vertiefung des Leinebettes um je 25 cm

    1932

    Gründung einer “Wassergenossenschaft” deren Ziel die Entwässerung des Gebietes am Neulandgraben darstellte

    1946

    Einrichtung eines Kindergartens

    1950

    Gründung des Dorfklub Sausedlitz

    1952

    am 1. Dezember - Gründung der LPG “ Leinetal”(10 Gründungsmitglieder verfügten über 72 ha)

    1953

    wird Beschluss über Schulneubau gefasst (Beschlussfassung der Orte Löbnitz, Reibitz, Spröda, Sausedlitz u. Seelhausen)

    erst 1960/61 Bau der Zentralschule in Reibitz

    1959

    am 2. Dezember 1959 war Sausedlitz 11. vollgenossenschaftliches Dorf im Kreis

    1965

    am 1. September erfolgte Schließung der Sausedlitzer Teiloberschule (Schüler besuchten nun die Zentralschule in Reibitz)

    1969

    Bau der Kegelbahn

    1972

    430 Einwohner

    1973

    Bau der Wasserleitung

    1976

    Bildung eines Gemeindeverbandes

    1977 / 78

    Neubau eines Kindergartens und Einrichtung einer Schwesternstation

    1980

    wird Sausedlitz zum Bergbauschutzgebiet erklärt

    1986

    beginnt die Umsiedlung der Dorfbewohner wegen des Braunkohleabbaues

    1990

    sind 50 % der Einwohner umgesiedelt

    28. Februar 1990 Ministerratsbeschluss der DDR - Regierung: Der Kohlebergbau wird gestoppt, Sausedlitz wird nicht überbaggert

    1993

    Aufnahme des Dorfes ins sächsische Dorfentwicklungsprogramm

    1994

    1. März, Eingliederung der Gemeinde Sausedlitz in die Gemeinde Löbnitz

    1995

    225 Einwohner

    1996

    Sieger im Wettbewerb “Unser Dorf soll schöner werden - unser Dorf hat Zukunft”

    1997

    Sonderpreis im Bezirkswettbewerb für “bürgerliche Aktivitäten in einer bergbaugeschädigten Gemeinde”

    2000

    Teilnahme der Ortschaft Sausedlitz am Europäischen Dorferneuerungswettbewerb

    2010

    Jubiläumsveranstaltung "20 Jahre Wiedergeburt Sausedlitz" mit Aufführung des dorfeigenen Musik- und Theaterstückes "Sausedlitz lebt! - Schwein gehabt!" mit 35 Sausedlitzern

    2011

    Einweihung des Denkmals "Drei tanzende Schweine auf glühenden Kohlen" in Sausedlitz, gefördert durch den Freistaat Sachsen im Rahmen des Programms "20 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit"

    2011

    Sieger im Wettbewerb des Landkreises Nordsachsen "Unser Dorf hat Zukunft"

    2012

    vielfältige Aktivitäten der Sausedlitzer in Vorbereitung auf den Wettbewerb auf Landesebene "Unser Dorf hat Zukunft" im Sommer 2012

    18.07.2012

    Zweitplatzierter im Wettbewerb des Landes Sachsen "Unser Dorf hat Zukunft"

    Quellen: Leben zwischen Kabine, Bockshain und Weinberg; Kirchenbücher der Ev. Kirchengemeinde Löbnitz

    1035 Jahre
     Löbnitz
      981-2011