Gemeinde - Ortsteile - Reibitz


  • 01.12.1890 - 177 Einwohner
  • Stand 2017 - 344 Einwohner

  • Ersterwähnung:

    06.06.1222 als Ryvica (altsorbische Form)


    Namensgebung:

    der Ortsname “Reibitz” kommt in Sachsen nur ein Mal vor.

    1404

    Rywicz

    1442

    Rywicz, Rebitcz, Riebitcz

    1491

    Ribitz

    1555

    Ribitz, Ribitzsch, Rebitzsch

    1575

    Reibitz, Reubitz = hyperkorrekte Form

    1577 - 1583

    Riebisch, Rebitzsch, Reubitzsch

    1791

    Reibitz

     

     

     

    Die Deutung ist nicht gesichert:

  • Rybica (altsorbisch ryba = Fisch) als Name einer Fischersiedlung
  • auch rvati = reissen, abreissen, steiler Abhang
  • oder Ryvica als Ort an einem Graben oder Bach
  • Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen (von Hans E. Eichler und H. Walther)


    Geschichte:

    10. Jahrh.

    sorbische Siedlung am Leinebach

    1350

    Reibitz gelegen 1350 im markgräflich - meißnischen Districtus Deltsch

    1445

    Reibitz in der kurfürstlich - sächsischen Pflege Delitzsch erwähnt

    1445

    als Besitzer des Dorfes genannte Cuncze Bogk, der als Erbarmann der Pflege Delitzsch genannt wird, besaß wohl nur einen Erbrichterhof, von welchem er zum Stellen von einem Schützen veranschlagt ist

    1445

    Albrecht v. Ochelitz wird als Besitzer von Schnaditz und den dazugehörigen Dörfern Wellaune, Reibitz, Naschkau, Glauchau, Teilweise, Altenhof und Düben erwähnt

    1463

    Günther v. Czassnitz und seine drei Söhne Tietzen, Balthasar und Heinrich, werden von Herzog Friedrich von Sachsen belehnt mit Zinsen zu Snabetitz (Schnaditz), Wellaune, Dyben, Altenhofe und zu Rybitz, welche vor ihnen Nicol Rabil hatte

    1503 - 1547

    im herzoglich, dann bis 1806 kurfürstlich sächsischen Amt Delitzsch des Leipziger Kreises gelegen

    1806

    im königlich sächsischen Amt Delitzsch des Leipziger Kreises gelegen

    1815

    im königlich preußischen Kreis Delitzsch des Regierungsbezirkes Merseburg in der Provinz Sachsen gelegen

    1531

    Die Parochie (Amtsbezirk eines Pfarrers) Sausedlitz wird beschrieben:

    “... dazu Reibitz mit 16 Hüfnern, 2 Gärtner darunter eine Mühle”

    1575

    seit 1575 steht Anselm von Zaschnitz zu Schnaditz das Rittergut, das Kirchlehen und Dorf Reibitz zu

    1618

    Scholitz nach Pfarrmatrikel (Verzeichnis für Personenstandsregister) mit Filial Reibitz = eine Parochie

    1618

    Pest! - nur ein Bauer, Martin Degen, bleibt leben (von Scholitz und Reibitz)

    1638

    noch vollständig zum Rittergurt Schnaditz zugehörig aufgeführt

    1649

    ist Reibitz noch mit Scholitz verbunden und hat nur noch einen einzigen Bauern

    1658

    besitzt Ludwig von Wuthenau (Wudenaw) das Rittergut Schnaditz und das Dorf Reibitz. Er begründet sehr wahrscheinlich aus seinem Grundbesitz in Schnaditz heraus auf ehemaligen Bauerngütern ein Vorwerk

    1669

    Ersterwähnung des Gutes

    1669

    Gebrüder Siegfried, Wilhelm und Heinrich von Lüttichau aus dem Hause Kmehlen (ein Dorf südwestlich von Großenhain) sind Besitzer

    1670

    bis zur Bodenreform in Personalunion mit dem Rittergut Kleinwölkau verbunden

    1670

    erwarb Christoph Vitzthum von Eckstädt das Gut Reibitz für 3.000 Gulden

    1672

    Vitzthum von Eckstädt lebt auf dem Gut in Reibitz

    1677

    Bau von Wassergräben und Mühlen durch Vitzthum v. Eckstädt

    1752

    Johann Friedrich Vitzthum von Eckstädt (königlich polnischer und kurfürstlich sächsischer Kammerherr) übernahm aus väterlichem Nachlass Kleinwölkau, Reibitz, Sausedlitz, Tiefensee, Neuhaus und Petersroda

    1777

    wird Gottfried Hofmann als Eigentumswassermüller benannt

    1820

    als altschriftsässig genannt

    Sässigkeit: aSS (Privileg war an die Rittergüter und nicht an Personen gebunden)

    Schriftsässig: das Rittergut erhielt direkt aus der landesherrlichen Kanzlei Anschreiben bzw. vielmehr Anweisung und sie unterstanden in erster Instanz dem Landesherren oder dessen höchsten Gerichten und sie hatten dort ihr Recht zu nehmen

    Amtssässig: dagegen waren Güter die dem landesherrlichem Amt unterstanden und in dasselbe einbezirkt waren. Damit waren sie qualitativ schlechter gestellt als sässige Rittergüter

    1824

    als Allodialrittergut (dem Lehnsträger persönlich gehörender Grund und Boden) genannt

    1840

    bestehende Rittergüter im preußischen Kreis Delitzsch wird Reibitz genannt, aufgeführt wurde gleichzeitig die Gerichtsbarkeit und die Steuereinheit

    Gerichtsbarkeit:

      OG (Obergerichtsbarkeit = volle gerichtliche Selbständigkeit in einem Herrschaftsbezirk)

      EG (Erbgerichtsbarkeit)

    Steuereinheit:

      3.724 (Grundsteuerertrag)

    1845

    den Grundherrschaften zustehende, teilweise sehr differenzierte Herrschaftsrechte fielen am 17. Januar 1845 mit in Kraft treten der preußischen Gewerbeordnung, die auch die Gewerbefreiheit umfasste, weg.  Das waren beispielsweise die dem Rittergut Reibitz zustehenden Rechte zum Musikmachen und Hadernsammeln (Lumpen sammeln)

    1872

    der Grundbesitz umfasst nun 1.109 Morgen Land, der Grundsteuerreinertrag 1.962 Taler

    1890

    Rittergut erwähnt

    1913

    das Rittergut umfasst nun 435 ha Land, davon 254 ha Acker, 43 ha Wiesen, 22 ha Weide, 93 ha Wald, 3 ha Ödland, 22 ha Wasserfläche, 10 Pferde , 40 Rinder, 250 Schafe, 120 Schweine; Grundsteuerreinertrag 3.724 Mark; wird verwaltet

    1936

    Otto Siegfried Graf Vitzthum von Eckstädt (1904 - 1943) wird Eigentümer des Rittergutes

    1943

    Sohn Carl Hermann Graf Vitzthum von Eckstädt erbt das Rittergut

    1945

    Enteignung des Grundbesitzes im Zuge der Durchführung der Bodenreform

     

    am 11.Oktober erfolgte die Veröffentlichung der gemäß Artikel IV, 14 der Bodenreformverordnung zur Errichtung sogenannter Mustergüter der Provinz Sachsen vorgesehener Großgüter, die als sogenannte Saat- und Viehzucht sowie landwirtschaftliche Versuchsbetriebe nicht aufgeteilt werden sollten. Dazu gehörte Saatgutwirtschaft Reibitz mit 204 ha Land

    Qelle: Die Ritter und Freigüter in Nordsachsen Dr. phil M. Wilde

    1035 Jahre
     Löbnitz
      981-2011